Dienstag, 6. Januar 2009

Der Weg aus der Krise

Der bedrohliche welt- und gesammtwirtschaftliche total zusammenbruch, ausverkauf und Kollaps hat uns wieder einmal die zwei Seiten der globalisierten Medallie schmerzhaft vor Augen gefuehrt.

Unverdientermassen leidet der "kurdische Bergtuerke", der vietnamesische Schuhkleber, der Kleinbauer aus dem Tschad und die vielen armen deutschen Milliadaere unter dem amerikanischen Kreditwahnsinn.

Im Moment der groessten Not, zeigt sich deutlich wie verpasst die Chance der vergangenen Jahre des Milches und Honigs, der sprudelden Kreditquellen und des schnellen, leichten Geldes doch waren. Warum haben auch wir nich vollkommen unverantwortlich uns bis hinter, ueber und unter beide Ohren verschuldet? Wir haetten tolle Hochhaeuser bauen koennen, Mainhatten an der Elbe. Die unsichtbare Hand haette uns aus der unsichtbaren Tasche ohne Boden mit frischem Geld (das es irgendwie auch nicht gibt, was so das Grundproblem der ganzen Krise war, aber egal...) versorgt, weil wir ja so viele Schulden haben und so gross sind, dass man uns retten muss: "For the greater good".

Warum fehlen Hochhaeuser?
Industriekapitaene, Heuschrecken und andere Turbokapitalisten, die sich heillos verspekuliert haben und mit Schrecken feststellen, dass es ziemlich kalt unter der duennen Eigenkapitaldecke wird im historischen kalten Winter (ein haemisches Grinsen zeichnet sich auf meinem Gesicht ab)und mit nur 6 Nullen auf dem Konto nicht Leben koennen, muessen, haben das Grund,Menschen und Voelckerrecht sich mit Anstand das Leben zu nehmen. Ohne Rueckrat leasst es sich sehr schlecht vom Zug ueberrollen, einzig der sinnbildliche und tatsaechliche tiefe Fall fuer die ehemaligen "masters of universe" ist angemessen.

Die Katedralen des korrupten Systems, die Banken und Versicherungen mit ihrer versteinerten Zurschaustellung der Macht und Verlogenheit des Kapitalismus bieten die einzige wahre Kulisse fuer den grossen Abgang. Aber wo ausser in Frankfurt hat man denn die Moeglichkeit Wolkenkratzer zu bestaunen.

Und wie da hin kommen? Mit dem Auto? Davon werden doch nach Mehrheitsbeschluss 2009 keine mehr gebaut, weil die eh keiner will. Mit dem Zug? Zu grosse Gefahr der Verlockung zu widerstehen es Angela Merkels Namensvetter gleich zu tun. Privatjet? Wirkt in Zeiten der Krise zu protzig und gibt das falsche Signal(GM, Ford, Chrysler)ausserdem hat Moellemann auf Tod durch Fallschirmspringen ohne Fallschirm ein Tradmark eingereicht.

Das System mit Vollgas gegen die Wand fahren und ohne die Handbremse zu ziehen aus dem fahrenden Wagen springen, in das ehrenhafte Unternehmerende stuerzen. Verantwortung, Nachhaltigkeit, Ehrlichkeit, Opfer, das kann man immer noch von den Mitarbeitern forden. Die Chefetage zieht sich aus der Verantwortung, manche gehen den ultimativen Schritt, aber im grossen und ganzen herrscht wie so oft der Wahlspruch:"Carpe Diem" oder in seiner leicht fatalistischern Form: "Nach mir die Sintflut"

Die einzige Loesung aus dem Schlamassel zeigt wie so oft die "Titanic" auf:


Donnerstag, 25. Dezember 2008

Der Weihnachtskomplott

Heute ist Weihnachten und in die Weltwirtschaft liegt am Boden.

Wann ist also ein besserer Moment eine Verschwörung von weltumspannender Größe frei zu legen als heute. Und es ist nicht einfach irgendein ein Komplott, sondern ein hinterhältiger, fieser kommunistischer Versuch die Welt zu übernehmen. Die bolschewistische Weltverschwörung steht quasi vor der Tür bzw. ist in diesen Tagen durch den Schornstein bereits ins Haus eingedrungen.

Denn: Der Weihnachtsmann ist ein Kommunist. Man werfe nur einen Blick auf seine rote (hust, hust) Kleidung und den Bart (Marx, Engels, Castro). Aber wer sich mit Äußerlichkeiten aufhält, verliert den eigentlichen Punkt aus den Augen und lässt sich vom Klassenfeind einlullen. Die ganze Idee von Weihnachten, das Teilen, ist mehr als offensichtlich aus dem Manifest entnommen. Des weiteren nur einmal im Jahr zu arbeiten ist eine mehr als sozialistische Einstellung die man sonst nur aus der Zone kennt.

Während man in der DDR Jahre auf seinen Trabi warten muss, ist es beim Weihnachtsmann zwar nur ein Jahr, aber dafür bekommt man von den Sachen die man in einer Liste eingereicht haben muss, meistens nur das wenigste. Von wegen Planübererfüllung.

Alle anderen Theorien, dass Weihnachten zum reinen Konsumspektakel verkommen ist, sind alles Ablenkungen, Nebelkerzen und Blödsinn!

Für mehr Unsinn, denkt euch selber was aus oder lasst euch welchen vom Christkind bringen, schließlich ist Weihnachten!!!

Samstag, 20. Dezember 2008

Der Trip nach Panama









Man nehme 3 Deutsche FSJler die in Costa Rica eben diesen Dienst an Volk und Vaterland verrichten, bescheuerte Costaricanische Gesetze die es einem nicht erlauben länger als 3 Monate legal im Land zu bleiben. Was hat man? Eine Reise nach Panama

Eine Woche Anfang Dezember verschlug es uns also nach Panama City. Wir haben den Kanal gesehn, die Hochhäuser, den Corsway, Casco Viejo, einsame Inseln und Panama viejo.

Wir haben bei Bene einem andern FSJler gewohnt und ne sehr lusitge Zeit gehabt, aber seht selber in der Fotostory "Panama 08"

Dienstag, 25. November 2008

Der verlorene Bruder


Es begab sich zu einer Zeit als das Internet noch "a series of tubes" war, man dachte der Irak sei besiegt und "mission accomplished" und leibliche Brüder über den Ozean flüchteten Richtung Tortillas, Tequila und Maya, Inka oder Azteken Tempeln, dass ein junger Prinz namens Andres sich auf die weite, weite Flugreise von Costa Rica nach Deutschland machte um ein Jahr seines Lebens in Hamburg zu verbringen. Sein Vater der T-Shirt König hatte ihn mit einer klaren Aufgabe in die fernen Länder hinter dem Horizont geschickt, er sollte Zucht und Ordnung von den rauen aber gestrengen Nordmännern lernen. Doch der junge Prinz mit der immer länger werdenden Lockenpracht hatte andere Pläne, er hat die Reise auf sich genommen um seine Prinzessin zu finden was auch von Erfolg geprägt war, doch von üblen Tinkturen und magischen Tränken wurde er vom rechten Wege zum Lichte gebracht und erlag den Versuchungen der Gelage des Pöbels, dem vergärten Traubensaft. Vor allem hatte er mit einem Drachen zu kämpfen, der in seiner Höhle wenige Hufschläge von seiner kärglichen Bleibe entfernt hauste. Zu jeder Tag und besonders Nachtzeit machte ihm dieses despotische Wesen das Leben zur Hölle, doch sein Wagemut, eiserner Wille und Heldenhaftigkeit ließen ihn nicht weichen und er durchquerte den Irrgarten und das Labyrinth das bösartige Magier um ihn woben um schlußendlich ins Königreich der T-Shirts zurück zu kehren. Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute.

Und dass er nicht gestorben ist, das wissen wir seit heute.


War echt nen sehr netter Abend mit dem einen oder anderen Bierchen mit meinem Gastbruder Andres aus Costa Rica der 03/04 bei uns gewohnt hat und außer einem schlechten Verhältnis zu allen, auch nicht intensivst den Kontakt gepflegt hat um es vornehm auszudrücken.

Ach ja so scheisse sehe ich zur Zeit aus.

Der Wasserstand

Irgendwie ist Costa Rica eines der Länder wo es immer irgendwo zu regnen scheint. Aber nicht guter, ordentlicher Landregen, welchen mein Großvater so gerne mag, sondern "gatos y perros".
Hier regnet es in solchem Überfluss (im wahrsten Sinne des Wortes), dass nachdem letzten Monat die Pazifikküste vollkommen überflutet gewesen ist, jetzt die andere Seite dran ist. Von wegen Karibische Strände und Sonnenschein. Tote, Schlamm und viel Wasser. Sehr viel Wasser. So viel Wasser, dass der Titel dieses, meines wunderbaren Blogeintrags mehr als gerechtfertigt ist. Aus vielerlei Gründen wie sich im folgenden herausstellen soll.

Im übertragenen - ergo viel tolleren - Sinne scheint in meinem Leben als kleiner FSJler die Sonne. Ich habe vor circa 3 Wochen Familie gewechselt. Wer, Wie, Was,Warum, Weshalb, Wieso werden an anderer Stelle zu gegebener Zeit behandelt. Denn aufgemerkt und aufgepasst: Wer nicht fragt bleibt dumm!

Ich wohne also jetzt in Alajuela oder auf der anderen Seite von San Jose bei meinem Chef Rolando, meiner Gastmom Neli und meinen beiden Brüdern Paulo und Esteban zusammen. Außerdem gibt es hier im Moment noch einen Japaner hier, so dass ich im Grunde kein eigenes Zimmer habe, außer dass Nakayumi grade für einen Monat in einem Naturschutzgebiet arbeitet und so außer Haus ist. Das Familienleben (obacht) ist sehr lustig und direkt, man wirft sich gegenseitig auch mal ne Beleidigung an Kopf, aber vor allem reden hier die Leute.

Außerdem versteh ich mich super mit meinen beiden jüngeren Gastbrüdern. Jaja, ich bin der große Bruder....und ja das kann nur schief gehen.

Ansonsten musste ich die letzten Wochen relativ viel und intensiv arbeiten, was wiederum an anderer Stelle näher beschrieben wird, schließlich verschreibe ich mich mal wieder dem regelmässigeren Bloggen. Versprochen! Kein Scheiss.

Vermiss euch alle! 
(Stimmt bestimmt sogar, weil wer sonst liest diesen tollen Blog außer meiner paar Freunde und vielen Feinde und nicht erst seit Obamas Kabinetts Entscheidungen weiß jeder: Halt dir deine Freunde nahe, aber deine Feinde näher) 

Das Glas ist im Moment deutlich halb voller als halb leer, was für einen professionellen Berufsskeptiker nicht schlecht ist. Aber wer weiß vielleicht liegt es auch am vielen Regen, dass der Wasserstand so hoch ist. "Auf Regen folgt Sonne" sagt Konfuzius, Sokrates, Churchill, Herberger oder der chinesische Schreiberling von Glückskeksen, also besteht Hoffnung für die Karibik und für euch, dass es bald reißerische Horrorstorys von Mord und Totschlag aus Costa Rica gibt.

Montag, 20. Oktober 2008

Der Blick zurück

Brasilien 2005 - 2006

Zum ersten mal live im World Wide Web zu bestaunen. Wir haben weder Kosten noch Mühen gespart um eine vollkommen willkürliche Auswahl von Fotos aus meinem AFS-Jahr in Brasilien zu präsentieren. Plattformübergreifend, auf Picasa und StudiVZ. 

Also macht euch lustig über den Jungen mit den immer länger werdenden Haaren, bestaunt die Schönheit der brasilianischen Strände und wundert euch über die Leute auf den Fotos. Erklärungen, Anekdoten und andere Geschichten gibt es mündlich per Skype, schrifftlich per MSN, StudiVZ oder Mail, oder in persona mit Händen und Füssen wenn ich wieder in Deutschland bin.

O meu Brasil 

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Der Stand der Dinge

Ich lebe noch, auch wenn es angesichts der Weltwirtschaftskriese und der immer wieder betonten Gefährlichkeit dieses kleinen, feinen Landes manchmal fast wundersam, mirakolös erscheinen mag. Ich erinnere mich echt nicht daran, dass in Brasilien so oft von Einheimischen mit einer seltenen Penetranz darin erinnert wird wie gefährlich ja alles ist. Bisher ist noch nichts passiert und wir hoffen, dass das so bleibt, bisher ist der Unterscheid zwischen abstrakter als gefühlter Unsicherheit und realer ziemlich gross. Aber man will ja keine unnötigen Risiken eingehen, so lauf ich ohne meine kleinen aber feinen royalen Insignien auch Siegelring durch die Strassen von San Jose. Wobei laufen... aus Gefährlichkeit und Faulheit wird darauf fast gänzlich verzichtet. So gehen wir nicht essen in der Mittagspause, wenn Autos fahlen, sondern bestellen Essen.

Lustiger Sidefact: In Costa Rica kann man sich McDonalds Essen nach Hause bestellen. Von wegen Infrastruktur schwaches Mittelamerika, eher Service Wüste Deutschland.

Taxifahren in Costa Rica ist so normal wie Fahrradfahren in Deutschland und ungefähr so teuer wie U-Bahn fahren, überschaubare Strecken kosten fast nichts und man sollte nur aufpassen, dass man nicht zu touristisch rüberkommt, dann wird es schnell teuer, z.B. 2000 Colones für 100 Meter vor einigen Wochen. Den Preis vorher verabreden macht nicht immer Sinn. Auch schön Taxifahrer die einen nicht mitnehmen weil es ihnen zu doll regnet. Und ich, der im Regen steht??? Ansonsten kann man sich immer ganz nett mit ihnen unterhalten, wenn man denn im Taxi sitzt. Standard Frage: Gringo? Und ob ich in einem Call Center arbeite.

Denn in Costa Rica ist diese Arbeit, die wahrscheinlich weniger angesehen ist als Prostitution und Politik in Deutschland, ein richtig guter Job. Die ganzen Ami-Firmen haben ihre Call-Center hierher ausgelagert und zahlen mit den guten Dollars. Deswegen sind die Leute die da arbeiten oft richtig gut ausgebildet, weil sie Englisch können müssen. 

Naja, ansonsten gehts mir trotz heutigem Hamburger Schmuddelwetter und relativ langweiligem Arbeitstag gut. Mehr tolle Blogeinträge sind in Planung